Die Kleiderfrage im Gericht
Haben Sie sich auch schon öfter gefragt, warum Anwälte und Richter eigentlich Roben tragen müssen? Der Grund ist, dass mit den Robe das Sinnbild der gerichtlichen Würde ist und als Abgrenzungsmerkmal dient. Bereits seit dem Mittelalter werden bei Gericht Roben getragen.
Kleidung als Statussymbol
Damals haben diese sich je nach Region unterschieden und die Rechtssprechungsorgane in den Städten hatten besonders prunkvolle Gewänder, um ihren Status zu demonstrieren. König Friedrich Wilhelm I. von Preußen wollte dass die Juristen ihre Roben aus einem ganz anderen Grund tragen. Seiner Meinung nach sollten die Richter und Anwälte die Roben tragen, damit jeder „diese Spitzbuben schon von weitem erkennen und sich vor ihnen hüten kann“. Mit der Gründung des Deutschen Reichs 1871 setzte sich die preußische Robe im ganzen Reichsgebiet durch. Bis heute besteht in den meisten deutschen Landgerichten ein Robenzwang und der Richter kann einen Anwalt, der ohne Robe erscheint von der Verhandlung und aus dem Gerichtssaal ausschließen.
Richter in Großbritannien tragen nicht nur eine Robe, sondern teilweise auch Perücken. Bis zum Jahr 2007 gab es eine Perückenpflicht in den britischen Gerichten und Richter sind zu den Gerichtsterminen mit einer weißen, lockigen Haarpracht erschienen. Seit zwei Jahren tragen nun zumindest Richter an Zivil- und Familiengericht keine Perücken mehr. Nur noch in Strafprozessen sieht man noch die Perücken, die bereits seit 400 Jahren aus weißem Pferdehaar gefertigt werden. Grund für diese vereinfachte Kleiderordnung an den Familien- und Zivilgerichten war eine Sparmaßnahme des britischen Staates mit der im Jahr 300.000 britische Pfund eingespart werden sollen.
Talare und Uniformen
Im Gegensatz zu Trägern einer Uniform haben Robenträger keine Vollzugsaufgabe, sondern müssen repräsentieren. Neben den Jurisen werden Roben in Deutschland auch von Dekane und Rektoren von Universitäten und Standesbeamte Roben und Talare. Die Bezeichnung Talare wird in Deutschland nicht nur für die Roben von Juristen verwendet, sondern auch die Amtstracht von Geistlichen, Rabbinern und Professoren wird als Talar bezeichnet. Ursprünglich wurde der Talar im Mittelalter an den Universitäten getragen. An viele Universitäten in Deutschland haben die Akademiker zu besonderen Anlässen und Feierlichkeiten Talare getragen.
Die Farben der Talare haben sich nach den Fakultäten unterschieden und von Uni zu Uni hatte jede Fakultät eine andere Farbe. Seit der 1968er Studentenbewegung werden aber keine Talare mehr getragen, da talartragende Professoren als konservativ bezeichnet wurden. Heute werden auch zu feierlichen Anlässen und Abschlussfeiern keine Talare mehr getragen. In vielen anderen Ländern wird diese Tradition aber ganz anders gewertet und weiterhin beibehalten. So tragen in den USA bereit die Highschool-Absolventen einen Talar und ein Barett mit Anhänger.